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Photovoltaikanlagen selber reinigen

Photovoltaikanlage selber reinigen_Ökologische Solarreinigung

PV Anlage selber reinigen


"Meine Photovoltaikanlage hat € 150.000 gekostet. Wenn ich mir für so viel Geld ein Auto kaufe, werde ich mir doch eine gute Handwäsche leisten können. Niemand fährt dieses Auto in die Waschstrasse, um es mit rotierenden Bürsten und entmineralisiertem Wasser schrubben zu lassen."

K.-H. M, zufriedener Kunde aus 86732 Oettingen

Photovoltaikanlagen selbst reinigen

Reinigungsgeräte - Erfahrungen - Grenzen

In den ersten Photovoltaik-Boomjahren von 1999 - 2008 glaubte man als Kunde daran, dass PV Module selbstreinigend seien. Niemand hat ernsthaft hinterfragt, ob sich das Versprechen der Modulhersteller bewahrheiten wird. Die Erfahrungswerte vom Dachflächenfenster, das jeder regelmäßig reinigt, auf eine Photovoltaikanlage zu übertragen war nicht möglich. Heute stellt kaum noch jemand ernsthaft den Wert und Nutzen einer Photovoltaik Reinigung in Frage.

Vergleichbar verhält es sich mit dem "Selber-Reinigen" von Photovoltaikanlagen. Viele Photovoltaikeigentümer glauben eine fachgerechte Reinigung der PV Module sei leichter als Fenster putzen. Besonders bei Eigentümern kleiner Hausanlagen ist diese Meinung verbreitet, weil es ihnen ausreicht, "wenn der gröbste Dreck wieder unten ist". Es wird ausgeblendet, dass sich PV Module nicht auf eine einfache Glasscheibe reduzieren lassen. Photovoltaikmodule sind technische Bauteile, die bauartbedingt eine regelmäßige technische Wartung und fachmännische Reinigung brauchen, um 20-30 Jahre lang im Aussenbereich schadensfrei überdauern zu können.

Möchte man als privater PV-Eigentümer oder als Gewerbetreibender seine PV Anlage selber reinigen, sollte man(n) zumindest einmal etwas von den Grundlagen einer fachgerechten und schadensfreien Photovoltaik Reinigung gehört haben. Von Anfang an braucht es risikofreies Reinigungsgerät, handwerkliches Know-How und einen objektiven Blick für die eigenen Reinigungsergebnisse...

Reinigungsgerät kaufen, loslegen, fertig.

Die historischen Zusammenhänge der Solarreinigung in Europa

Ein Reinigungsgerät ist schnell gekauft. Darf man dem Verkäufer Glauben schenken, dass der Rest ein Kinderspiel ist? Warum sind die Reinigungsempfehlungen für Photovoltaikanlagen so dürftig? Wer sagt eigentlich wie eine Photovoltaikanlage fachgerecht zu reinigen ist? Die Antworten liegen in der Geschichte der Photovoltaikreinigung...

Das Problem No.1: die Modulhersteller
In den Jahren 2008-2012 zeigte sich massiv, dass die zugesicherte Produkteigenschaft der "Selbstreinigung" nicht real war. Es gab viele Reklamationen wegen Minderertrag und Modulschäden aufgrund von Verschmutzung. Die Hersteller wurden von Ihrem eigenen Marketingversprechen eingeholt. Man war herstellerseits jedoch nicht bereit dafür einzustehen und die Kosten von Modulschäden aufgrund fehlender oder mangelhafter Reinigung zu übernehmen. Deshalb wurden auf die schnelle Reinigungsempfehlungen in die Handhabungsrichtlinien der PV Module übernommen. Alles war "mit der heißen Nadel gestrickt". Die Reinigungshinweise sind bis heute überwiegend praxisfremd, fachlich falsch und widersprachen sich von Hersteller zu Hersteller. Man hat sich nicht mit der Reinigungsthematik befasst und versucht einfach nur aus der Haftung zu kommen.

Das Problem No.2: fehlende DIN Norm
In Deutschland gibt es keine Norm oder verbindliche Richtlinie für die fachgerechte Reinigung von thermisch vorgespanntem Glas. Die meisten Solargläser sind thermisch vorgespannt, bekannt unter den Bezeichnungen "tempered", "ESG", "TVG", oder laienhaft "Sicherheitsglas". Solche Gläser sind aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften mit einem Ätzstempel gekennzeichnet. Thermisch vorgespanntes Glas ist bruchstabil, aufgrund seiner inneren Vorspannung aber auch sehr verkratzungsempfindlich.

Sicherheitsglas ist in der Architektur schon seit langem ein heißes Eisen. Jedes Jahr sind die Gutachter wegen Millionenschäden durch falsche Reinigung mit der Thematik beschäftigt. Besonders die sogenannte Grauwasserreinigung, das Abwaschen mit verschmutztem Wasser beschäftigt hier die Gerichte. Es geht um die Verkratzung der Gläser bis hin zum Verlust der mechanischen Stabilität. Nur das Abklingen mit dem Glasschaber ist als nicht-fachgerechte Handhabung ausdrücklich untersagt. Jeder Reinigungsbetrieb steht selbst in der Verantwortung den Glastypus rechtzeitig zu erkennen und schadensfrei zu reinigen.

Bild oben: Auszug aus dem Merkblatt der RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung e.V.
Den Download der kompletten Informationsbroschüre finden Sie unter GGGR Merkblatt "Reinigung von vorgespannten ESG- und beschichteten Gläsern im Architekturbereich".

Photovoltaikmodule bestehen überwiegend aus thermisch vorgespannten Glas (DIN EN 12150 oder 1863). Besonders fatal für alle Reinigungsbetriebe: die Mehrheit der Modulhersteller versehen ihre Modulgläser noch nicht einmal mit dem üblichen Ätzstempel als Warnhinweis.

PV Module können mit unterschiedlichsten Beschichtungen versehen sein. Man findet nur selten einen entsprechenden Hinweis in den Produktunterlagen. Einzelne Baureihen können Antireflexbeschichtungen tragen, ohne dass dies optisch erkennbar wäre, oder gesondert darauf hingewiesen wird. Unterschiedliche Beschichtungen erfordern ein differenziertes Reinigungsprozedere.

Jeder Reinigungsbetrieb arbeitet "auf eigene Verantwortung" und steht individuell in der Haftung die PV Module ohne Bearbeitungsschäden zu reinigen.

Das Problem No.3: die Gerätehersteller
In den Jahren 1999 - 2009 gab es in Deutschland weniger als eine Handvoll Pioniere in der Solarreinigung, die versucht haben "aus dem Nichts heraus" eine fachgerechte Reinigung von Photovoltaikanlagen zu entwickeln. Es gab wie beschrieben keine Reinigungsempfehlungen, keine Normierung und kaum käufliches Reinigungsequipment. Man hatte viel Eigeninitiative und natürlich auch unterschiedliche Ansichten in Fachfragen. So entstand die Photovoltaik Reinigung. Wir haben mit unserem Fachbetrieb Ökologische Solarreinigung maßgeblich die Entwicklung der Solarreinigungsbranche geprägt und immer wieder vorangetrieben.

2012 erkannte die Reinigungsindustrie die PV Branche als lukrativen Zukunftsmarkt und brachte ein Gerät nach dem anderen heraus. Zu dieser Zeit entstanden auch die ersten Rotationsbürsten. Gerätehersteller haben nur eines im Sinn, ihre Produkte zu verkaufen. Die Photovoltaikbranche wurde mit dem Thema Solarreinigung schlagartig und äußerst aggressiv angeschoben. Seitdem kann man an jeder Ecke ein Reinigungsgerät kaufen. Seitdem gibt es auf jedem Dorf einen (nebenberuflichen) Solarreiniger. Die Reinigungsfirmen kommen und gehen. Die Geräte werden weiterhin in großer Stückzahl verkauft.

Das Problem No.4: das Internet
Seit dieser Zeit werden Photovoltaikanlagen mit allen nur denkbaren Scheuerwerkzeugen bearbeitet. Wenn man den Werbeaussagen der (durchaus auch namhaften) Gerätehersteller glauben möchte, sind alle Methoden irgendwie "schonend", "sanft" und "ökologisch". Im guten Glauben nehmen viele private Anwender genauso wie gewerbliche Solarreiniger solche Verkäuferaussagen als bare Münze. Wichtig sind möglichst viele Quadratmeter pro Stunde bei möglichst geringem Aufwand. Überall stehen dieselben dürftigen Werbephrasen und werden ungeprüft über das Internet verbreitet.

selber reinigen - was ist zu beachten?

Fakt ist, nicht jedes am Markt angebotenes Reinigungsgerät ist geeignet für die Reinigung von Photovoltaikanlagen. Ohne entsprechendes Know-How kann die Anwendung eines frei erhältlichen Reinigungsequipments Schäden am Photovoltaikmodul hervorrufen. Wenn Sie Ihre Photovoltaikanlage noch immer selber reinigen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Herangehensweise.

Bild links: unfachmännische PV Reinigung mit Rotationsbürste. Stark haftende Nachverschmutzung auf den Bürstenspuren.

In der Photovoltaikreinigung versprechen maschinelle Reinigungsmethoden ein leichtes Spiel. Diese Reinigungsgeräte bergen jedoch unterschätzte Risiken an Bearbeitungsschäden. Ist das Auflagegewicht zu groß oder verursacht das Reinigungsgerät Vibrationen und Stösse, können dauerhaft Verluste durch das Aufbrechen von Mikrorissen entstehen. Passen Wassermenge, Rotationsgeschwindigkeit, Verschmutzungsgrad, Dachneigung, Aussentemperatur usw. nicht zueinander, kann es zur Aufrauhung der Glasoberfläche und zu Verkratzungen kommen.

Von Anfang an unterziehen wir alle am Markt verfügbaren Reinigungsgeräte herstellerunabhängigen Praxistests. Unsere Fallstudien, Laborentwicklungen, die Forschungsergebnisse der Hochschulen und Weiterbildung in der Glasindustrie haben wir in die Entwicklung einer eigenen verantwortungsvollen Reinigungsmethode integriert.

Deshalb verzichten wir in der Photovoltaik Reinigung auf Rotations- oder Hochgeschwindigkeitsbürsten. Entmineralisiertes Wasser kommt nicht zum Einsatz.
In der Ökologischen Solarreinigung verwenden wir handgeführte Teleskopbürsten. Die Bürstenköpfe sind so geschnitten, dass nur völlig gelöste Verschmutzungen vom Solarglas entfernt werden können. Wir passen die Wassermenge der Arbeitsanforderung an und verwenden bei einer Arbeitsbreite von 0,6m ca. 10-15l Wasser/ qm bei 0,5bar.
Wir lehnen die Anwendung von Nanoprodukten, Mikroorganismen und Reinigungschemikalien (auch sog. "Ökoreiniger") kategorisch ab.

Bild links: mehrfach selbst gereinigte PV-Anlage mit stark haftender Nachverschmutzung.

Falls Sie tatsächlich Ihre PV Anlage selber reinigen möchten, machen Sie es bitte richtig gut. Oder lassen Sie es einfach bleiben. Sämtlicher Schmutz muss gut eingeweicht und restlos (!) entfernt werden. Es genügt nicht nur den gröbsten Schmutz zu entfernen. Die angelösten Schmutzreste würden sich durch den natürlichen Wechsel von Aufweichen (nachts) und Einbrennen (tagsüber) um so hartnäckiger mit dem Modulglas verbinden. Sonst ist man auf dem besten Weg Solarglas und Beschichtung zu ruinieren.

Mehrmals selbst gereinigte Photovoltaikanlagen sind für den Solarreinigungs-Fachbetrieb ausnahmslos sehr aufwändig zu reinigen. Aufwändiger als PV Anlagen die jahrelang nie gereinigt wurden. Bearbeitungsfehler und ungenügende Reinigungsergebnisse führen im Laufe der Zeit zu hartnäckig haftender Verschmutzung.

Bild links: Freischwemmen der Modulrahmen. Flechtenwachstum hat die Rahmenschlitze aufgebogen.

Die Glasflächen müssen nach einer Modulreinigung richtig sauber sein. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Hat sich an Glas oder Rahmen pflanzliches Wachstum angesiedelt, muss dieses auch entfernt werden.

Die Ansiedlung von Pionierpflanzen, Krusten und Pilzen ist für fast alle Modularten ein Schadensrisiko. Das Freischwemmen der Rahmenschlitze von Flechten, Moos, Algen, Pilzen und Schmutz zeichnet eine fachmännische Photovoltaik Reinigung aus.

Die "Modulreinigung für den Hausgebrauch" kann diese Qualität nicht leisten. Deshalb empfehlen wir bei pflanzlichem Bewuchs ungeachtet der Anlagengröße immer einen erfahrenen Fachbetrieb zu beauftragen.

Keine Beratung für "Selbermacher"
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Beratung für Photovoltaikbetreiber anbieten, die ihre PV Anlage selbst reinigen möchten. Aus der Schulung eigener Mitarbeiter wissen wir, dass eine gute Reinigungsleistung nicht theoretisch vermittelbar ist. Es braucht praktische Schulungen, Hinweise und Korrekturen, die Entwicklung des beruflichen Blicks und die handwerkliche Reinigungserfahrung. Wie in jedem anderen Beruf auch. Dies ist für den Hobbyreiniger eine Überforderung.